Alfred Kantorowicz Kongress Online

Zahnersatz für alle Lebensphasen

Sa, 21.11.2026 (Kurs 26032) von 09:00 bis 16:30 Uhr online

Behandlung von Weichgewebsdefekten am Zahn und Implantat

Kursinhalt

Das Vorhandensein von freiliegenden Wurzeloberflächen oder von Weichgewebsdehiszenzen an Implantaten kann die Durchführung von Mundhygienemaßnahmen erschweren und dadurch die Entstehung der Gingivitis und der periimplantären Mukositis und Periimplantitis begünstigen und in vielen Fällen auch die Ästhetik beeinträchtigen. Eine erfolgreiche Therapie ist von der korrekten Diagnose und zeitnahen Einleitung der richtigen Behandlungsschritte abhängig. Eckpfeiler der Therapie sind neben der korrekten Diagnose und der vor der Implantation durchgeführten systematischen Parodontitistherapie die mechanische und chemische Bekämpfung des bakteriellen Biofilms mittels Handinstrumenten und Pulverstrahlgeräten, die Anwendung von Laser und Photodynamischer Therapie, aber auch von systemischen und lokalen Antibiotika.
Die Wiederherstellung einer ausreichend breiten, befestigten Mukosa spielt für das Erreichen stabiler Ergebnisse ebenfalls eine bedeutende Rolle. Weichgewebsdehiszenzen an Implantaten können in bestimmten Situationen, ähnlich wie die freiliegenden Wurzeloberflächen, durch innovative chirurgische Techniken, wie der modifizierte koronal oder lateral verschobene Tunnel, erfolgreich therapiert werden. Somit sind Ergebnisse zu erzielen, die bis vor einigen Jahren nicht denkbar waren.

Ziel des Kurses

Die Teilnehmer/-innen erhalten eine Übersicht über die Diagnostik und Therapie periimplantärer Infektionen sowie die verschiedenen in der plastisch-ästhetischen Parodontal- und periimplantären Chirurgie angewendeten chirurgischen Techniken. Dabei werden Therapiekonzepte vermittelt, die das Erzielen von vorhersagbaren Ergebnissen ermöglichen.

Themen des Kurses

  • Ätiologie der Rezessionen am Zahn und Implantat
  • Indikationen der verschiedenen Techniken am Zahn und Implantat
  • Chirurgische Techniken zur Verbesserung von befestigter Mukosa
  • Neue Materialien
  • Ätiologie und Diagnostik der periimplantären Mukositis und der Periimplantitis
  • Implantattherapie in parodontal geschädigtem Gebiss
  • Anwendung von Handinstrumenten, Ultraschall, Pulverstrahl, Laser, Photodynamischer Therapie sowie von systemischen und lokalen Antibiotika für die Therapie der Mukositis und der Periimplantitis
  • Postoperative Nachsorge
  • Langzeitbetreuung und Langzeitergebnisse

Hands-on-Übungen am Schweinekiefer mit mikrochirurgischem Instrumentarium:

  • Modifizierter koronal verschobener Tunnel (MCAT) und der lateral verschobene Tunnel (LCT) mit Einsatz von Bindegewebstransplantat oder Kollagenmatrix zur Deckung von singulären und multiplen Rezessionen
  • Entnahme von Bindegewebstransplantat
  • Verbreiterung von Attached Gingiva/Attached Mukosa durch Präparation eines Spaltlappens und Fixierung des Transplantats oder Weichgewebsersatzmaterials an das Periost
  • Kammaugmentation mit autologem Transplantat oder Kollagen
  • Nahttechniken zur Schließung der Donorstelle am Gaumen, Fixierung des Transplantats an das Periost, Adaptation der Transplantate, Rezessionen und koronale Verschiebung und Schließung des Tunnels

Zielgruppe

Zahnärzte/-innen, Assistenzzahnärzte/-innen

Methoden im Kurs

  • Vortrag
  • Praktische Übungen

Prof. Dr. Dr. Anton Sculean

  • Studium der Zahnheilkunde an der Semmelweis Universität Budapest
  • Weiterbildung in Parodontologie, anschließende Facharztprüfung für Parodontologie
  • 1995 bis 2002 Assistent und später Oberarzt in der Abteilung für Parodontologie und Zahnerhaltung, Universität des Saarlandes, Homburg
  • 2001 Habilitation
  • 2002 bis 2004 Oberarzt und Leiter der Sektion Parodontologie Poliklinik für Zahnerhaltung, Universität Mainz
  • 2004 bis 2008 Leiter der Abteilung Parodontologie, Universität Nijmegen und Direktor des von der Europäischen Gesellschaft für Parodontologie (EFP) akkreditierten Weiterbildungsprogramms in Parodontologie
  • Seit 2008 Prof. und Direktor der Klinik für Parodontologie, Universität Bern
  • Seit 2015 Geschäftsführender Direktor der ZMK Bern
  • Seit 2009 zahlreiche Ämter und Funktionen, darunter: Präsident der Periodontal Research Group der International Association for Dental Research (IADR), Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Parodontologie (SSP), Präsident der European Federation of Periodontology (EFP), 2019 Präsident der International Academy of Periodontology (IAP)