Zahnersatz für alle Lebensphasen

Alfred Kantorowicz Kongress Online

Sa, 21.11.2026 | 9:00 bis 16:00 Uhr

Kurs 26032

Evidenzbasierte Diagnostik und Therapie von Patienten

Zur Person des Kursleiters Professor Dr. Türp

– Jahrgang 1960,
– Geburt, Schulzeit und Abitur in Duisburg,
– Studium der Zahnmedizin an der Albert-Ludwigs-Universität, Freiburg im Breisgau,
– 1987 Staatsexamen,
– 1988 Promotion,
– 1989 –1994 wissenschaftlicher Assistent in der Abteilung für Zahnärztliche Prothetik, Universität Freiburg im Breisgau,
– 1994 –1997 Visiting Assistant Professor of Dentistry an der Facial Pain Clinic, School of Dentistry, University of Michigan, Ann Arbor, USA,
– 1999 Habilitation (unter Prof. Dr. J. R. Strub) und Erteilung der Venia legendi für das Fach Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (Freiburg i. Br.),
– 2001 – 2017 Oberarzt an der Klinik für Rekonstruktive Zahnmedizin und Myoarthropathien, Universitätskliniken für Zahnmedizin, Basel,
– 2008 Ernennung zum „Spezialist für Funktionsdiagnostik und -therapie (DGFDT)“.
– Seit 2018: Leiter der Abteilung Myoathropathien / Orofazialer Schmerz, Klinik für Oral Health & Medicine.

Hauptarbeitsgebiete:
Orofazialer Schmerz, Myoarthropathien des Kausystems, Funktionslehre, Okklusion, evidenzbasierte Zahnmedizin, Wissenschaftstheorie, Ethik in der Zahnmedizin.

Zur Themenstellung

Für die Diagnostik und Therapie von Patienten mit Myoarthropathien (MAP) wird seit jeher eine Vielzahl an Konzepten angeboten, die sich hinsichtlich ihres theoretischen Unterbaus und ihrer praktischen Umsetzung  um Teil erheblich voneinander unterscheiden. Falsch wäre es, alle Behandlungsstrategien gemäß dem Motto „Wer heilt, hat Recht“ als qualitativ gleichwertig anzusehen. Ein Gradmesser für die Güte eines Behandlungskonzepts sind Nachweise für den Nutzen und die Notwendigkeit einer bestimmten Maßnahme. Konzepte, die allein auf der unkontrollierten Erfahrung eines Behandlers beruhen, werden zunehmend kritisch gesehen. Stattdessen wird immer häufiger gefordert, patientenbezogene Entscheidungen durch Daten aus methodisch guten klinischen Studien zu begründen. Die dafür erforderlichen Informationen erhält man in der Fachliteratur (externe Evidenz), welche heutzutage zu einem großen Teil elektronisch zugänglich ist. Dieses forschungsbasierte Wissen bildet zusammen mit dem Können des Behandlers (interne Evidenz) und den Vorlieben des Patienten die Voraussetzung für eine nachweisgestützte Entscheidungsfindung. In dem Fortbildungskurses wird den Teilnehmern auf der Grundlage einer evidenzbasierten Zahnmedizin ein  odernes, medizinisch orientiertes Konzept vermittelt, das sie in die Lage versetzt, MAP-Patienten sicher zu diagnostizieren, einfache von komplexen Fällen zu unterscheiden und notwendige therapeutische Schritte einzuleiten bzw. durchzuführen. Es handelt sich um eine Fortbildung mit aktiver Beteiligung der Teilnehmer.
Jeder Teilnehmer erhält eine Liste mit sämtlichen Materalien und ihren Bezugsquellen, die der Referent für die Diagnostik und Therapie seiner Patienten selbst verwendet.

Programm

Theorie
– Evidenzbasierte Zahnmedizin
– Definitionen: Ist „Myoarthropathie“ dasselbe wie „kraniomandibuläre Dysfunktion“?
– Risikofaktoren und Komorbiditäten
– Erkenntnisse aus der OPPERA-Studie (Orofacial Pain: Prospective Evaluation and Risk Assessment)
– Stellenwert und Inhalte der MAP-spezifischen Anamnese
– Stellenwert und Inhalte der klinischen Funktionsuntersuchung
– Stellenwert bildgebender Verfahren
– Interpretation der Befunde: Normvarianten versus Diagnosen
– Internationale Standardisierung: Kritische Anmerkungen zu den DC/TMD (Diagnostic Criteria for Temporomandibular Disorders)
– Therapieziele
– Grundlegende Therapieempfehlungen der AADR (American Association for Dental Research)
– Spezifische Therapieempfehlungen der Deutschen Schmerzgesellschaft

Demonstrationen
− Literaturrecherche in elektronischen Datenbanken

Praktische Übungen
– Einsatz psychometrischer Filterfragebögen in der Diagnostik
– Klinische Funktionsuntersuchung und Wertung der Befunde (je 3 Teilnehmer pro Stuhl)
– Herstellung eines Wachsregistrats und Durchführung einer Kieferrelationsbestimmung für eine Michigan-Schiene (je 3 Teilnehmer pro Stuhl)

Lernerfolgskontrolle
− Freiwilliger und folgenfreier Multiple-Choice-Test (10 Fragen mit je 4 Antworten, von denen eine korrekt ist)

Besondere Hinweise

Für die praktischen Übungen benötigte Materialien:
Pro Kursteilnehmer
– 2 Paar Einmalhandschuhe
– 2 interdentale Holzkeile (schmal: orange) (zur Bestimmung der Bewegungsbahn des Inzisalpunkts bei Kieferöffnung und -schluss)
– Lineal mit Millimetermarkierung; die 0-mm-Markierung muss mit dem Ende des Lineals abschließen (zur Bestimmung der Unterkieferbeweglichkeit)
– Gespitzter Bleistift (für Markierungen an den unteren Schneidezähnen)
– Okklusionsfolienhalter
– Shimstock-Folie (zur Überprüfung der Okklusionskontakte in maximaler Interkuspidation)
– 2 rosa Wachsplatten (Beauty Pink Wachs, extrahart)

Pro Behandlungsstuhl
– Sekundenkleber (zum Zusammenkleben der Wachsplatten)
– Warmes Wasser (zum Erweichen der Wachsplatten)
– Große Schere (zum Beschneiden des Wachsregistrats)
– Spiritusflamme (zum Erwärmen des Aluminiumwachses)
– Aluminiumwachs (zum Auftragen auf das Wachsregistrat)

Verantwortlich für Planung und Ablauf
Dr. med. habil. Dr. Georg Arentowicz