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KHI-Thementag 16.05.2020 – Online-Fortbildung

Online-Fortbildung

Hier geht es zur Einladung und Programm

Vorwort KHI-Thementag 2020
Implantatgestützte Rehabilitationen stellen heute in vielen Praxen einen integralen Bestandteil des angebotenen Behandlungsspektrums dar. Implantate weisen durch intensive Forschung der letzten beiden Jahrzehnte, die insbesondere die Oberflächentexturierung und das Gewindedesign betraf, nach einer Verweildauer von über zehn Jahren in über 90 % der Behandlungsfälle eine stabile Osseointegration auf. Dennoch darf die hohe Wertigkeit des Zahnes, auch wenn seine positive Langzeitprognose durch parodontale Defekte oder pulpale Erkrankungen eingeschränkt ist, nicht außer Acht gelassen werden. Derart kompromittierte Zähne können bei Anwendung geeigneter Behandlungsmaßnahmen häufig erhalten werden und noch über Jahre in situ verbleiben. Aktuelle Publikationen zeigen, dass Überlebensraten von parodontal kompromittierten Zähnen nach durchgeführter Parodontaltherapie auch nach zehn Jahren groß sind. Bei aller Euphorie, die die Implantologie umfasst, muss alles daran gesetzt werden, erhaltungsfähige Zähne nicht vorschnell zu entfernen. Eine allgemeingültige Leitlinie, wann die Entscheidung gegen den Zahnerhalt und für die Implantatinsertion fallen soll, kann es nicht geben. Es handelt sich in den jeweiligen Behandlungsfällen immer um Einzelfallentscheidungen, wobei die Komplexität der Entscheidungsmatrix von patientenspezifischen, anatomischen, systemischen, prothetisch-konzeptionellen und nicht zuletzt finanziellen Faktoren abhängt. Innerhalb der Parodontaltherapie stehen heute moderne regenerative Behandlungsmaßnahmen zur Verfügung, die neben chirurgischen Soft-Skills den Einsatz von Barrieren, Schmelz-Matrix-Proteinen sowie Knochenersatzmaterialien erfordern. Außer dem Zahnerhalt durch Endodontologie sind präventive Maßnahmen zur Erhaltung der vitalen Pulpa nicht minder wichtig. 
Als Behandler sind wir dem Wohl unserer Patienten verpflichtet. Daher sollte bei der Fragestellung ,,Zahnerhalt oder Implantatinsertion“ immer eine individuelle patientengerechte Entscheidung getroffen werden, unabhängig von der Spezialisierung und persönlicher Präferenz des Behandlers.

Wir dürfen sehr gespannt sein auf die kontroverse Diskussion der eingeladenen Referenten über die Favorisierung der einen oder der anderen Therapieoption. 
Kennzeichnend für den KHI-Thementag ist die Einbeziehung des Auditoriums in die Diskussion. 

Empathie und Emotionalität sind beim Austausch kontroverser Sichtweisen bei dieser Veranstaltung ausdrücklich erwünscht. Der Meinungsaustausch wird eingebettet sein in eine kollegiale Diskussionsrunde der Referenten und Teilnehmer als „Meet the Expert Online Chat“. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Dr. med. habil. Dr. Georg Arentowicz
Fortbildungsreferent

Herr Prof. Dr. med. dent. Christian R. Gernhardt

  • 1970 In Aalen/ Ostalbkreis geboren. Aufgewachsen und Schulbildung in Oberkochen.
  • 1990 Abitur
  • 1992-1994 Studium der Zahnmedizin an der Universität Ulm
  • 1994-1997 Studium der Zahnmedizin an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br.
  • 1997 Approbation als Zahnarzt
  • 1997 Promotion mit einem Thema über die Kariesprophylaktische Wirksamkeit von Dentinhaftvermittlersystemen.
  • 1997-1999 Wissenschaftlicher Assistent an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg in der Abteilung Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik (Direktor Prof. Dr. J.R. Strub)
  • seit 1999 Oberarzt an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in der Universitätspoliklinik für  Zahnerhaltungskunde und Parodontologie (Direktor: Prof. Dr. H.- G. Schaller)
  • 2009 Habilitation an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
  • seit 2009 Ltd. Oberarzt und stellv. Direktor an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in der Universitätspoliklinik für  Zahnerhaltungskunde und Parodontologie (Direktor: Prof. Dr. H.- G. Schaller)
  • 2014 Ernennung zum apl.-Prof. an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
  • Seit 2007 Spezialist Endodontie der DGEndo und Kammerzertifikat der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt für das Gebiet der Endodontie.
  • Zahlreiche Gutachtertätigkeiten für internationale Fachzeitschriften. Autor zahlreicher nationaler und internationaler Publikationen. Umfangreiche Referententätigkeit im Rahmen von wissenschaftlichen Tagungen und Fortbildungsveranstaltungen. Mitglied in zahlreichen Fachgesellschaften (DGZMK, DGZ, DGI, DGET, IADR, CED) und Vorstandsmitglied der DGET und der Gesellschaft für ZMK der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Seit 2011 Fortbildungsreferent im Vorstand der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt. Seit 2012 Vorsitzender der Gesellschaft für ZMK der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und von 2013-2019 Präsident der DGET.

Endodontie und Implatologie
Möglichkeiten, Vorteil und Grenzen des Zahnerhalts durch Endodontie

Die bisweilen kontrovers geführte Diskussion Endodontie versus Implantologie wurde in den vergangenen Jahren immer wieder in Fachzeitschriften und Tagungen thematisiert. Daher soll dieser Beitrag den interessierten Teilnehmern/-innen anhand theoretischer und klinischer Darstellungen einen Überblick über die aktuellen Möglichkeiten des Zahnerhalts durch Endodontie geben. Die Vorteile und auch Grenzen bzw. Risiken des Zahnerhalts durch endodontische Maßnahmen werden in diesem Rahmen anhand zahlreicher Fälle anschaulich vermittelt und mit den Möglichkeiten der Implantologie verglichen und diskutiert. Auf Probleme wird dabei ebenso eingegangen wie auf Erfolgsaussichten und Langzeitprognosen. Mittlerweile beschäftigen sich beide Disziplinen – Endodontie und Implantologie – gemeinsam sehr erfolgreich mit klinischen Zusammenhängen und Querschnittsbereichen zum Wohle unserer Patienten. Daher wird in dem Beitrag auch der mögliche Einfluss einer erfolglosen endodontischen Behandlung auf die nachfolgende implantologische Versorgung anhand aktueller Literatur dargestellt und diskutiert.

Herr Professor Dr. Hans-Joachim Nickenig

  • 1992 Staatsexamen Universität zu Köln
  • 1993 Promotion
  • 1992–2010 Sanitätsoffizier, Bundeswehr- später Berufssoldat, Oberfeldarzt
    • Leiter Konsiliargruppe Zahnmedizin der Bundeswehr
    • 10 Jahre Leiter des größten zahnärztl. Bereiches der Luftwaffe (Köln-Wahn)
    • Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold
    • Kündigung auf eigenen Wunsch
  • 1996 Fachzahnarzt für Öffentliches Gesundheitswesen
  • 1998 Ernennung Spezialist für Prothetik
  • 1999 Ernennung Spezialist für Implantologie
  • 2008 Master of Science in Oral Implantology
  • 2009 Curriculum Parodontologie
  • Curriculum Funktionsanalyse
  • 2010 Habilitation im Gesamtfachbereich Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Universität Erlangen
  • 2010 Leitender Oberarzt Poliklinik für Orale Chirurgie und Implantologie, Uni Köln
  • 2011 Umhabilitation Universität zu Köln
  • 2013 Fachzahnarzt Oralchirurgie
  • Seit 2016 Leitender Oberarzt und Stellv. Direktor der Klinik und Poliklinik für Mund- Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie sowie Poliklinik für Orale Chirurgie und Implantologie
  • 2016 Außerplanmäßiger Professor der Universität zu Köln
  • 2018  Master of Science in Periodontology

Anerkannte implantologische Therapieverfahren
Anerkannte implantologische Therapieverfahren (wie z. B. das Konzept der strategischen Pfeilervermehrung) zeigen, dass der gezielte Einsatz von Implantaten die Prognose natürlicher Zähne maßgeblich verbessert. In diesem Zusammenhang ergibt sich für den Praktiker aber auch die Überlegung, inwieweit es aus fachlicher Sicht Sinn macht, einen bereits stark vorgeschädigten Zahn zu erhalten bzw. in (Implantat)prothetische Konzepte mit einzubeziehen. Zahlreiche Patientenbeispiele unterschiedlicher Indikationsbereiche sollen dem Praktiker eine diesbezügliche Entscheidungshilfe für den Einzelfall geben.

Herr Univ.-Prof. em. Dr. Wolfgang Hans-Michael Raab

  • Studium der Zahnmedizin in Mainz und Erlangen
  • Studium der Humanmedizin in Erlangen bis II. Staatsexamen
  • Wissenschaftlicher Assistent an der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie in Erlangen
  • Assoziierter Wissenschaftler am Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Erlangen
  • Mitbegründer der interdisziplinären Schmerzambulanz der Universität Erlangen
  • Assoziierter Wissenschaftler am Institut für Physiologie und Biokybernetik der Universität Erlangen
  • Habilitation, Millerpreis der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
  • Professur (C3) Zahnerhaltung und Parodontologie an der Universität Ulm
  • Gründungsvorsitzender des Arbeitskreises für Zahnärztliche Anästhesie der DGZMK und DGAI
  • Hans-Genet-Preis der European Society of Endodontologie
  • Leiter der Abteilung für Zahnerhaltung, Parodontologie und Endodontologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
  • Dekan der Medizinischen Fakultät der Heinrich Heine Universität
  • President  Pulp Biology Group IADR
  • Ärztlicher Direktor und Vorstandvorsitzender des Universitätsklinikums Düsseldorf
  • Leiter der Abteilung für Zahnerhaltung, Parodontologie und Endodontologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
  • Seit März 2019 Professor emeritus

Möglichkeiten und Grenzen der Pulpatherapie
In der Vergangenheit wurde die erkrankte Pulpa als verlorenes Organ betrachtet, mit der Konsequenz der Exstirpation. Neue Erkenntnisse zeigen, dass die Möglichkeiten zur Vitalerhaltung der Pulpa häufig unterschätzt wurden und die endodontische Aufbereitung und Versorgung im Vordergrund stand. Die klinische Anwendung neuerer Konzepte z. B. zur Kariesexkavation, zur direkten und indirekten Überkappung der Pulpa, sowie der Einsatz geeigneter Materialien zeigen in umfangreichen Beobachtungsstudien erfolgversprechende Ergebnisse. Die Infektion des Wurzelkanalsystems kann vermieden werden und damit das Übergreifen entzündlicher Reaktionen auf parodontale Strukturen als apikale Parodontitis, oder Endo-Paro-Läsion. Die Entscheidungsfindung reversibel und irreversibel in der Therapie pulpaler Erkrankungen ist aufgrund der limitierten diagnostischen Möglichkeiten trotz alle Fortschritte immer noch erschwert. Diese Problematik sollte jedoch nicht als Hindernis, sondern als Herausforderung für die Vitalerhaltung der Pulpa betrachtet werden.

Herr Prof. Dr. Stefan Fickl

Prof. Fickl studierte Zahnmedizin an der Universität Erlangen. Von 2004 bis 2007 absolvierte er eine Weiterbildung im Bereich Parodontologie und Implantologie im Institut für Parodontologie und Implantologie, München (Dres. Bolz, Wachtel, Hürzeler, Zuhr) und ist seit 2007 Spezialist für Parodontologie der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie. Von 2007 bis 2009 war Prof. Fickl Teil des Lehrkörpers der Abteilung für Parodontologie und Implantologie unter Dr. Dennis Tarnow an der New York University in New York, USA. Ende 2009 wurde er Oberarzt an der Abteilung für Parodontologie der Universität Würzburg, erhielt seine Habilitation im Jahre 2011 und wurde 2017 zum außerplanmäßigen Professor an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg berufen. Seit 2018 ist er zusätzlich in privater Praxis in Fürth niedergelassen. Prof. Fickl ist Referent auf nationaler und internationaler Ebene in den Bereichen Implantologie und Parodontologie, sowie Verfasser von zahlreichen internationalen Publikationen und Buchbeiträgen.

Parodontaltherapie – um jeden Preis erhalten oder doch implantieren?
Parodontale Erkrankungen sind hoch prävalent und die Therapie dieser Erkrankung ist bis zu einem bestimmten Fortschreiten vorhersagbar möglich. So kann sogar mit nicht-chirurgischer parodontaler Therapie in manchen Fällen eine Ausheilung der parodontalen Defekte erzielt werden. Gerade bei infra-alveolären Knochendefekten muss jedoch häufig ein chirurgischer Eingriff mit dem Ziel der parodontalen Regeneration erfolgen. Hierbei werden Defekte mit Schmelz-Matrix-Proteinen und/oder Membranen gefüllt und so das parodontale Attachment angeregt, sich wieder zu regenerieren. Allerdings existieren auch Grenzfälle – so z.B. bei kombiniert parodontal/endodontalen Läsionen – wo die Ausbreitung der Läsion so groß ist, dass eine Extraktion und ggf. nötige prothetische Therapie sinnvoller ist. Der Vortrag zeigt die Bandbreite der parodontalen Therapie und weist auch auf die Grenzen hin.

Tagungsprogramm

09.00 – 09.15 Uhr
Begrüßung Dr. med. habil. Dr. Arentowicz

09.15 – 10.15 Uhr
Vortrag Prof. Dr. Christian Gernhardt
Endodontie und Implatologie Möglichkeiten, Vorteil und Grenzen des Zahnerhalts durch Endodontie

10.15 – 10.30 Uhr
Pause

10.30 – 11.30 Uhr
Vortrag Prof. Dr. Hans-Joachim Nickenig
Anerkannte implantologische Therapieverfahren

11.30 – 12.30 Uhr
Vortrag Prof. em. Dr. Wolfgang Raab
Möglichkeiten und Grenzen der Pulpatherapie

12.30 – 13.30 Uhr
Pause

13.30 – 14.30 Uhr
Vortrag Prof. Dr. Stefan Fickl
Parodontaltherapie – um jeden Preis erhalten oder doch implantieren?

14.30 – 15.30 Uhr
Leitung Dr. med. habil. Dr. Georg Arentowicz
Diskussionsrunde der Referenten und Teilnehmer des Thementages als „Meet the Expert Online Chat“

Verantwortlich für Planung und Ablauf
Dr. med. habil. Dr. Georg Arentowicz