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13.03.2026 | 14:30 bis 18:30 Uhr

Neue Kursgebühr: 39 € ZFA, 59 € ZÄ

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Zahnmedizin eine interdisziplinäre Herausforderung – aus Sicht von Praxis und Wissenschaft!

PROGRAMMABLAUF

09.00 – 09:15 Uhr | Begrüßung & Grußwort
Dr. med. habil. Dr. med. dent. Georg Arentowicz, Mitglied des Vorstands der ZÄK NR, Zahnärztliche Fortbildung (Moderation)
Dr. Markus Bechtold, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der APW (Moderation)
Prof. Dr. Christian Gernhardt, Vorsitzender des Vorstands der APW (Grußwort)

09:15 – 10:00 Uhr | Was bietet die Digitalisierung in der Implantatprothetik: Was geht und was geht noch nicht?
Prof. Dr. Petra Gierthmühlen, Düsseldorf

10:00-10:45 Uhr | Regenerative Verfahren in der Endodontie und Traumatologie: Was geht schon in der Praxis?
Prof. Dr. Matthias Widbiller, Regensburg

10:45-11:00 Uhr | Pause

11:00-11:45 Uhr | Wie umgehen mit einer älter werdenden Patientenklientel: Zahnmedizin im Kontext der Medizin
Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz, Wiesbaden

11:45 – 12:30 Uhr | Biologisierung in der Parodontologie: Was können Schmelz-Matrix-Proteine, Hyaluronsäure & autologe Blutkonzentrate am Parodont leisten?
Prof. Dr. Nicole Arweiler, Marburg

12:30 – 13:00 Uhr | Mittagspause

13:00 – 13:45 Uhr | Wo geht die Reise in der klassischen Prothetik hin: Was muss man heute in der Praxis realisieren können?
Prof. Dr. Bernd Wöstmann, Gießen

13:45 – 14:30 Uhr | Trends in der Implantologie: Muss alles schablonengeführt, navigiert und robotergestützt sein?
Prof. Dr. Walter Lückerath, Bonn

14:30 Uhr | Abschlussdiskussion und Schlussworte


VORTRÄGE

Was bietet die Digitalisierung in der Implantatprothetik: Was geht und was geht noch nicht?
Prof. Dr. Petra Gierthmühlen, Düsseldorf

Die Digitalisierung prägt die moderne Implantatprothetik maßgeblich. CAD/CAM-Systeme, additive Fertigungswege und metallfreie Werkstoffe erweitern das therapeutische Spektrum und ermöglichen präzise, effiziente Versorgungen. Der digitale Workflow ist sowohl im Labor als auch Chairside etabliert. Facescans unterstützen die interdisziplinäre Planung komplexer Fälle und erhöhen Vorhersagbarkeit und Ästhetik. Der Vortrag gibt anhand klinischer Fallserien einen praxisnahen Überblick über Systeme, Materialien und Indikationen.

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Wie umgehen mit einer älter werdenden Patientenklientel: Zahnmedizin im Kontext der Medizin
Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz, Wiesbaden

Aktuell steht die ZMK-Heilkunde und -Chirurgie in einem Spannungsfeld: Einerseits steigt die Zahl älterer Patienten, andererseits sehen wir – insbesondere in der Implantologie – eine rasante Indikationsausweitung von OPs, die mit Risiken behaftet sind. Früher war z.B. das Kiefernekrosenrisiko entweder selten (bei weit fortgeschrittenen Osteomyelitiden) oder auf das kleine Patientenkollektiv der Kopf-Hals-Strahlentherapie (Infizierte Osteoradionekrose) begrenzt. Die Relevanz für die tägliche Praxis war damit begrenzt. Dies hat sich 2003 mit der „Bisphosphonatassoziierten Kiefernekrose“ (BP-ONJ) grundlegend geändert. Viele Senioren erhalten heute eine „Antiresorptiva-Therapie (AR)“ und haben damit ein ONJ-Risiko. Unter einer „AR“ wird heute die Behandlung mit Bisphosphonaten oder mit dem monoklonalen Antikörper Denosumab zusammengefasst. Neben diesem ONJ-Risiko als Ergebnis eines gestörten Knochenstoffwechsels gilt es zwei weitere Risiko-Kollektive zu beachten: die Störung des Gefäßsystems durch Angiopathie (Diabetes mellitus) oder Angiogenese-Hemmung (Medikamente) einerseits und die Störung der Immunabwehr bzw. die Auslösung einer Bakteriämie mit systemischen Risiken (bakterielle Endokarditis) andererseits. Ein systematischer Ansatz zur Identifikation von Risiken und zur Komplikationsvermeidung hilft, mit diesen Patienten in der täglichen Praxis leichter und sicherer umzugehen.

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Biologisierung in der Parodontologie: Was können Schmelz-Matrix-Proteine, Hyaluronsäure & autologe Blutkonzentrate am Parodont leisten?
Prof. Dr. Nicole Arweiler, Marburg

Der Vortrag beleuchtet sogenannte „Biologica“, wie autologe Blutkonzentrate (z.B. Platelet-Rich Fibrin), Schmelzmatrixproteine sowie Hyaluronsäure, und bewertet klinisch und wissenschaftlich die Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes solcher Wirkstoffe sowohl in der chirurgisch-regenerativen als auch in der nicht-chirurgischen PA-Therapie.

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Wo geht die Reise in der klassischen Prothetik hin: Was muss man heute in der Praxis realisieren können?
Prof. Dr. Bernd Wöstmann, Gießen

Ohne Zweifel – die Zahnheilkunde wird digital! Wenn auch vieles „Digitale“ im Moment noch den zahntechnischen Arbeitsablauf betrifft, so ist doch der Trend in der Praxis nicht aufzuhalten. Digitale Methoden haben das Potential, sowohl das diagnostische als auch therapeutische Repertoire der Zahnheilkunde erheblich zu erweitern. Die Möglichkeiten beginnen sich gerade erst zu entwickeln und sind bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, an welcher Stelle der Entwicklung wir stehen. Welche Indikation geht schon digital und ist schon fast ein „Muss“?  Was sollte man auf der anderen Seite aber besser noch „analog“  angehen ? Es ist dabei ein Trugschluss zu glauben, dass die Entscheidung für die „analoge“ oder „digitale“ Anfertigung von Zahnersatz allein dem zahntechnischen Labor überlassen werden kann, da dort ja, wenn notwendig, noch ein Wechsel zwischen den beiden Welten erfolgen könne. Ein solcher Wechsel ist fast immer mit Genauigkeitsverlusten sowie Mehraufwand verbunden. Optimale Ergebnisse lassen sich in der Praxis nur bei einer genauen Abstimmung der Verfahrensketten zwischen Zahnarzt und Zahntechniker erreichen.

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Trends in der Implantologie: Muss alles schablonengeführt, navigiert und robotergestützt sein?
Prof. Dr. Walter Lückerath, Bonn

Das Ziel heutiger komplexer implantat-prothetischer Gesamtrekonstruktionen des Kauorganes liegt in der Erhöhung der funktionellen und ästhetischen Qualität der Versorgung. Diese äußert sich in einem hohen Langzeiterfolg bei gleichzeitiger Minimierung des Behandlungsrisikos und Behandlungsaufwandes für Patienten und behandelnden Arzt. Der Erfolg der Behandlung und damit die Zufriedenheit des Patienten ist dabei vor allem von dem für den Patienten sichtbaren und wahrgenommenen Endergebnis abhängig.

Ein neues Konzept zur volumenbasierten prothetischen Rückwärtsplanung des Rekonstruktionsverlaufes bei komplexem Zahnersatz (Envelope Concept) hilft bei der Vereinfachung und Absicherung des prothetischen Workflows der Behandlung. Dabei ist sowohl ein analoger als auch ein digitaler Zugang zum therapeutischen Workflow möglich. Die Vor- und Nachteile der verschiedenen Vorgehensweisen werden eingehend vorgestellt und kritisch diskutiert. Dabei kann die Analyse der intraoralen Langzeitperformance von sog. Full-Mouth-Rehabilitationen mit  Oxidkeramiken Hinweise zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren für den Langzeiterfolg geben.

Dazu kommt, dass es gerade bei Patienten mit großen implantatgetragenen Rekonstruktionen zu neurorezeptiven Veränderungen der Wahrnehmung von okklusalen Interferenzen kommt und damit Schutzmechanismen zur Verhinderung okklusaler Überlastungen außer Kraft gesetzt werden. Das führt zu besonderen Anforderungen an die Genauigkeit der Planung, an die Identifikation und Übertragung der gewählten therapeutischen Unterkieferposition und an die Umsetzung eines protektiven okklusalen Konzeptes zur Verbesserung der Langzeitperformance der oralen Rehabilitation.