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KHI-Thementag

Vorwort KHI-Thementag 2021

Bei der prothetischen rekonstruktiven Rehabilitation konkurrieren immer noch zwei Werkstoffe miteinander: Unterschiedliche Keramiken und Metalllegierungen. 

Auf Seiten des Behandlers erfordern diese Werkstoffe ein jeweils werkstoffgerechtes Vorgehen, welches zum Teil durch große Komplexität gekennzeichnet ist. Insbesondere bei den Keramiken findet kontinuierlich eine kostenintensive Weiterentwicklung statt, während die Verwendung von Metalllegierungen als bewährt gelten kann und immer noch dem so genannten Goldstandard zugeordnet wird. Bei entsprechender Gewichtung der Ästhetik werden vollkeramische Restaurationen vermehrt im Frontzahnbereich inkorporiert, die Seitenzahnbereiche hingegen werden noch häufig mit metallkeramischen Restaurationen versorgt. Aufgrund der hohen Techniksensitivität erfordern Keramiken eine stringente Systematisierung der Therapieabläufe, um die Komplikationsraten zu reduzieren. In diesem Zusammenhang ist eine nicht anatoforme Gestaltung des zu verblendenden Zirkonoxid-Gerüsts genauso zu nennen, wie die Reduzierung nachträglicher Einschleifmaßnahmen zur Vermeidung späterer Chipping-Frakturen des Verblendmaterials. Die Anwendung der Adhäsivtechnik bei der Lithiumdisilikatkeramik, die eine vorteilhafte Transluzenz und Biegefestigkeit aufweist, ermöglicht ein primär defektorientiertes Vorgehen bei größtmöglicher Substanzschonung. Unabhängig vom verwendeten Werkstoff ist es bei ausgedehnten Defekten sinnvoll, eine Überkupplung von Höckern vorzunehmen, um die auf die Kauffläche einwirkenden Kräfte besser zu verteilen und geschwächte Höcker zu stabilisieren. Die Überlebensraten von Teilkronen aus Keramik und Gold liegen dabei auf ähnlich hohem Niveau, wobei sich aufgrund dessen, dass Gold kaum fakturieren kann, für Goldrestaurationen geringfügig bessere Werte ergeben. 

Ich würde mich sehr freuen, wenn dieser mit hochkarätigen Referenten besetzte Thementag für Ihren Praxisalltag eine wertvolle Unterstützung darstellen würde. 

Dr. med. habil. Dr. Georg Arentowicz 
Fortbildungsreferent 

 

Programm

09.00 – 09.15 Uhr Begrüßung Dr. med. habil. Dr. Arentowicz

09.15 – 10.15 Uhr Vortrag Dr. Michael Hohaus
Goldrestaurationen  – analoger und digitaler Workflow

10.15 – 10.30 Uhr Pause

10.30 – 11.30 Uhr Vortrag Zahnarzt Ulf Krueger-Janson
Keramische Restaurationen

11.30 – 12.30 Uhr Vortrag Professor Dr. Dr. h. c. Georg Meyer
Die Gold Restauration mittels Inlays oder Teilkronen?  Biomechanische und biomedizinische Aspekte bei der Entscheidungsfindung

12.30 – 13.30 Uhr Mittagspause

13.30 – 14.30 Uhr Vortrag Professor Dr. Peter Pospiech
Think ceramics: Welche Keramik bei welcher Indikation? 

14.30 – 15.30 Uhr Diskussionsrunde zwischen Referenten und Teilnehmern – Come together

Referenten/Themen

Dr. Michael Hohaus

Dr.Michael Hohaus studierte Zahnmedizin von 1980-1985 an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg, wo er im Jahr 1985 die Approbation und 1986 die Promotion erlangte. Nach der Assistenzzeit bei der Bundeswehr als Stabsarzt und in freier Praxis eröffnete er 1988 die eigene Praxis in Düsseldorf. Inspiriert durch die erste Serie des IUZ und durch Dr. Richard V. Tucker mit seiner Studiengruppe aus Seattle, wurde die Düsseldorfer Studiengruppe Rheingold 1993 gegründet, in der er Mitglied wurde und im Jahr 2003 Präsident der Academy of Richard V.Tucker Study Clubs war. Regelmäßige Fortbildungsaufenthalte in den USA und Mitgliedschaften in der American Academy of Operative Dentistry, Studiengruppe ParoExcellence, DGZMK, BDIZ, DGI und langjähriges Mitglied der Fortbildungskommission der Zahnärztekammer Nordrhein.

Arbeitsschwerpunkte sind die restaurative Zahnheilkunde, die Implantologie und die Parodontologie.

Die Digitalisierung der Praxis fand schon frühzeitig statt, 1997 mittels digitalem Röntgen und digitaler Fotographie, 2009 Anschaffung eines DVT und die Integration eines IOS in 2011. Seitdem werden die diversen digitalen Techniken immer wieder aktualisiert und in die Arbeitsabläufe in der Praxis zum Nutzen des Patienten angepasst.

Programm

Goldrestaurationen  – analoger und digitaler Workflow

Die Goldrestauration ist auch heute noch die Versorgungsform mit den längsten Erfahrungswerten, der GOLD-Standard in der restaurativen Zahnheilkunde. Die Langlebigkeit wird durch die Präzision im Erstellungsprozess und die Materialkomponenten maßgeblich beeinflusst.
An vielen Hochschulen werden die vielen Einzelschritte zur Erstellung einer hochpräzisen und dauerhaften Versorgung mittels einer Goldrestauration nicht mehr praktisch vermittelt. Ist also die Goldrestauration eine aussterbende Versorgungsoption?
Die Materialwahl Gold bedarf einer hohen Überzeugungskraft und Fertigkeit des Behandlers, um seinem Patienten diese Versorgungsform anzubieten. Gerade in einer Zeit, in der alles zahnfarben sein muss, ist der Behandler besonders gefordert.

Wie erreiche ich die nötige Fertigkeit und biete diese besondere Versorgungsform meinem Patienten an?

Dr. Richard V.Tucker hat schon vor über 70 Jahren seine Technik entwickelt und ist über 50 Jahre Mentor vieler Study Clubs gewesen. Nach seinem Motto „Striving for Excellence“ hat er in seinem Arbeitsablauf die vielen notwendigen Schritte beschrieben, um einen erfolgreichen, effizienten Behandlungsverlauf und ein hochwertiges Ergebnis zu erzielen. Seine Restaurationen haben in einer Nachuntersuchung faszinierende Überlebenszeiten erreicht.

Der digitale Workflow in der restaurativen Zahnheilkunde hat rasante Fortschritte in Bezug auf Komfort, Beschleunigung und Präzision der zahnärztlichen Abläufe gebracht. Auch dieser Arbeitsablauf ist bei einer Goldrestauration möglich.

Themen

Warum sind auch heute noch Goldrestaurationen eine herausragende Versorgungsform?

Die Erfolgskriterien in der Goldtechnik nach Dr. Richard V. Tucker, Schritt für Schritt:

Präparationsformen, Materialien, Laboranforderungen, Einsetztechnik, Langzeitergebnisse

Ausblick in den digitalen Workflow

 

Zur Person Ulf Krueger-Janson

ist Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Restaurative und Regenerative Zahnerhaltung –  DGR2Z, Mitglied der „Neuen Gruppe“ und anderer Fachgesellschaften, wie der DGÄZ, DGFDT und der DGZ,DGET,DGPZM des BAK  sowie zertifiziertes Mitglied der ESCD  und  führt als niedergelassener Zahnarzt eine Praxis i n Frankfurt am Main.

Er ist Experte für hochästhetische Kompositrestaurationen in der Front unter dem Gesichtspunkt  minimalinvasiver und additiver Versorgungen, sowie für die Spezialgebiete Implantatprothetik und komplexen vollkeramischen Restaurationen. Er ist seit Jahren  im In- und Ausland als Referent und Kursleiter tätig.

Sein Buch „Komposit 3D“ , ist ein Arbeitsbuch mit exzellenten Anleitungen zur Anfertigung von ästhetischen Kompositrestaurationen – einfach und effektiv.  –  www.teamwork-bookshop.de

Programm

Keramische Restaurationen
Indikation, Planung, Mock-up, Präparation, Bisslagebestimmung
Präparationsdesign (indikationsadäquat),Veneers und Bisshebungen

„Analyse, Planung, Beratung“
Eine Planung nach Analyse ästhetisch funktioneller Parameter mittels Wax-up und Mock-up sichert den Erfolg auch umfangreicher Behandlungen. Die Anfertigung eines Mock-up stellt ein didaktisch wertvolles „TOOL“ dar. Durch die direkte Übertragung in den Mund kann das Behandlungsergebnis nach ästhetisch funktionellen Kriterien bewertet  und morphologische Parameter von Größe und Gestalt  den individuellen Bedürfnissen angepasst werden. Der Patient wird dadurch aktiv in den Planungsprozess mit eingebunden.

„Übertragung der Bisslage“
Für die technische Umsetzung von umfangreichen prothetischen Restaurationen werden die einzelnen Schritte demonstriert. Die  einfache Registrierung der Bisslage auch nach Schienentherapie mittels Bissübertragungsplatte  wird erläutert.

„Funktions- und planungsorientierte Präparation“.
Da es grundsätzlich kein universal anwendbares Präparationsdesign gibt, wird nach Auswertung des Wax-up eine planungsbezogene und funktionsadäquate Präparationsform ermittelt. Diese erfolgt nach minimalinvasiven Kriterien sowie unter Berücksichtigung des okklusalen Kompass (natürliches Bewegungsmuster des Antagonisten auf der Kaufläche) und lässt ganz unübliche Präparationsformen entstehen.

Professor Dr. Dr. h. c. Georg Meyer

  • 1970-76 Studium der Zahnmedizin in Göttingen
  • 1993-2016 Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung, Parodontologie, Endodontologie, Präventive Zahnmedizin und Kinderzahnheilkunde im Zentrum für ZMKH der Universität Greifswald
  • 2001-2016 Direktor des Zentrums für ZMKH
  • 2004 Präsident der DGZMK
  • 2016 emeritiert, Fortführung von Lehre und Forschung
  • 2017 Delegierter ZÄK M-V, Leitung Fortbildungsausschuss, Vorstand DGÄZ, Science Comittee CED

Programm

Die Gold Restauration mittels Inlays oder Teilkronen?  Biomechanische und biomedizinische Aspekte bei der Entscheidungsfindung

Natürliche Zähne werden mit zunehmender Größe von  Kavitätenpräparationen erheblich geschwächt . Sowohl die elastische Deformation als auch die Frakturgefahr präparierter Zähne begrenzt eine Therapie mit Einlagefüllungen/Inlays und erfordert stattdessen stabilisierende Überkuppelungen von Höckern, zum Beispiel durch Teilkronen. Die entsprechenden Entscheidungskriterien gelten  für Goldlegierungen und für Keramiken nahezu gleichermaßen, da auch adhäsiv eingesetzte Inlay-Restaurationen tief zerstörte Zähne nicht dauerhaft stabilisieren können. 

Unter Langzeitkriterien kommt hinzu, daß Matrix-Metalloproteasen (MMP‘s) den Verbund von Dentin und Adhäsiven mit der Zeit auflösen, so daß dann jegliche makromechanische Retention hilfreich wird. Die klassischen Zinkoxidphosphatzemente sollten nur bei optimaler mechanischer Retention der Restauration zum Zementieren eingesetzt werden, was eine äußerst präzise Präparation voraussetzt, denn sie haben keine Klebewirkung. Unter mikrobiologischen Aspekten sind sie jedoch -aufgrund ihrer bakteriostatischen Eigenschaften- allen anderen Zementiermaterialien überlegen. Im Gegensatz zu kunststoffbasierten Werkstoffen sind sie auch allergologisch unproblematisch.

In diesem Vortrag sollen all diese Aspekte durch wissenschaftliche Daten und klinische Beispiele veranschaulicht werden.

Professor Dr. Peter Pospiech

  • 1982-1987 Studium der Zahnheilkunde an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf 
  • 1988 Promotion in Düsseldorf zum Thema „Vollkeramik-Kronen aus Dicor-Glaskeramik“
  • 1987-1990 Assistent an der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik der Universität Regensburg
  • 1989 Studienaufenthalt an der University of Adelaide (Australien) 
  • 1991-2001 Oberarzt an der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik der LMU München  
  • 1997 Habilitation: „Klinische und werkstoffliche Untersuchungen zur vollkeramischen Klebebrücke“ 
  • 1999 Gründungsmitglied und wissenschaftlicher Beirat der Arbeitsgemeinschaft für Keramik in der Zahnheilkunde 
  • 1999-2000 Forschungsaufenthalt an der University of Washington in Seattle (USA)
  • 2000 Jahresbestpreis der DGZMK 
  • 2002 Direktor der Klinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde und Vorklinische Zahnmedizin der Universität des Saarlandes
  • 2009 Ruf an die Charitè: 2011 abgelehnt 
  • 2011-2012 Direktor des Zentrums für Prothetische Zahnheilkunde und Biomaterialien an der Danube Private University in Krems 
  • seit 2012 Mitglied des Wehrmedizinischen Beirates des BMVG 
  • seit 2012 Chefredakteur des Zahntechnik-Magazins Spitta Verlag 
  • 2012-2013 Oberarzt an der Poliklinik für Prothetik des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus der TU Dresden 
  • 2013-2015 Stellvertreter des Direktors der Klinik für Zahnärztliche Prothetik der Universität Würzburg
  • seit 2015 Mitherausgeber der up2date des Thieme-Verlages 
  • seit 2016 Berufung zum Ehrenamtlichen Richter am Truppendienstgericht Süd in Leipzig 
  • 2015-2019 Leiter der Vorklinik und Stellvertreter des Leiters der Abteilung für Zahnärztliche Prothetik, Alterszahnmedizin und Funktionslehre an der Charité Berlin; 
  • seit 01.02.2019 Freiberufliche Tätigkeit 

Programm

Think ceramics: Welche Keramik bei welcher Indikation? 
Die Entwicklung der Dentaleramiken gehörte zu den dynamischsten Gebieten der Zahnmedizin in den letzten dreißig Jahren. 
Biokompatibilität und Ästhetik durch Metallfreiheit standen dabei im Mittelpunkt der Forschungsbemühungen. Der Ersatz metallischer Werkstoffe war aber durch die spezifischen Materialeigenschaften der Keramik nicht ohne Weiteres möglich. Erst seit der Einführung der CAD/CAM-Technologie und der Zirkoniumdioxidkeramik steht ein Werkstoff zur Verfügung, der in allen Indikationsgruppen festsitzenden Zahnersatzes verwendet werden kann. 
Damit ist eine große Materialvielfalt entstanden, aus der es für die jeweilige klinische Situation auszuwählen gilt. 
Das Ziel des Vortrages ist es, die Werkstoffe zu charakterisieren, und damit deren spezifische Anwendungsbereiche herauszuarbeiten. 
Klinische Indikation, Verarbeitung und Befestigung werden diskutiert und an klinischen beispielen präsentiert.